Die ersten Kilometer
Und los geht's!
VINCENT – DER SPONTANE, TATKRÄFTIGE MACHER MIT OFFENER ART
JOHNNY – UNTERNEHMER DURCH UND DURCH
Auf den ersten Kilometern unseres Vistech Roadtrips stellten wir schnell fest, dass niemand im Team ein echter Campingprofi war. Deshalb nahmen wir uns einen Abend Zeit, um uns mit unserem neuen Zuhause auf Rädern vertraut zu machen. Camping-Lektion Nr. 1: Einfach ausprobieren – und möglichst gut vorbereitet sein! Kaum hatten wir auf dem Campingplatz Lac-du-Repos eingeparkt, standen wir vor dem ersten Problem: Der 50-Volt-Anschluss unseres Stellplatzes passte nicht zu unserem Wohnmobil. Es war 17:30 Uhr an einem leicht verregneten 18. Mai, die Rezeption war bereits geschlossen und weit und breit war niemand zu sehen. Zum Glück half uns der kleine Laden auf dem Campingplatz weiter. Dort gab es alles, was man in einer solchen Situation brauchen konnte – und auch einiges, um den Erfolg anschließend zu feiern.
Nachdem das Wohnmobil schließlich angeschlossen war, machten wir uns hungrig an die Essensvorbereitung. Camping-Lektion Nr. 2: Das erste Abendessen sollte man besser im Voraus planen. Eigentlich hatten wir alles für einen Grillabend dabei und fest damit gerechnet, den Propananschluss des Wohnmobils zu nutzen. Nur eines fehlte: die Propangasflasche. Ohne Propangas war unser Grillabend schnell Geschichte. Also wechselten wir auf den Herd im Wohnmobil und bereiteten Mini-Gemüse mit Gewürzen, Hamburger und als Dessert gegrillte Ananas mit Ahornsirup zu. Es war erst der erste Abend der Reise, und dennoch entstand bereits eine neue Tradition: Die besten Rezepte unseres Roadtrips wurden fortan im Bordbuch festgehalten.
Die erste Etappe führte uns nach Montréal, wo wir Vincent Gagnon, den Vistech-Franchise-Partner der Region, trafen. Wir fanden ihn auf der Baustelle einer Schulerweiterung. „Der Auftrag wurde vor ein paar Tagen bestätigt, die Schraubfundamente habe ich bei unserem Hauptsitz bestellt, und heute werden sie eingebaut“, erklärte er uns. Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Dany arbeitete er konzentriert und routiniert. Während Dany sich ganz auf seine Maschine fokussierte und die Kamera kaum wahrnahm, beantwortete Vincent unsere Fragen offen und unkompliziert. Das eingespielte Team arbeitete präzise und effizient. Zentimeter für Zentimeter wurden die Schraubfundamente und Verlängerungen im lockeren Boden des Schulgeländes installiert. Nachdem wir einige Aufnahmen gemacht hatten, verabschiedeten wir uns vorerst mit dem Versprechen, später noch einmal vorbeizuschauen.
Als wir uns später wiedersahen, empfing uns Vincent mit einem breiten Lächeln. Er erzählte von seiner Leidenschaft für Technik und davon, dass er seine Freizeit gern mit mechanischen Projekten verbringt. Diese Begeisterung verdankt er seinem Großvater, von dem er im Alter von zwölf Jahren ein Elan-Schneemobil geerbt hatte. Mit viel Geduld, eigenem Taschengeld und zahllosen YouTube-Tutorials brachte er das Fahrzeug wieder zum Laufen. Es war eine der letzten Erinnerungen an Familienmitglieder, die viel zu früh gegangen waren – und gleichzeitig der Ausgangspunkt für sein beeindruckendes technisches Verständnis. Noch mehr als seine Begeisterung für Maschinen bleibt jedoch seine Gastfreundschaft in Erinnerung. Gemeinsam mit seiner Partnerin Sandy und seinem Sohn Nathan lud er uns am Abend zu sich nach Hause ein. Im Garten improvisierten wir einen Grillabend, versorgt über zwei 20-Ampere-Stromkreise. Besser hätte der Abend kaum verlaufen können. Selbst Ila schloss Freundschaft mit dem Familienhund Roméo. Später holten wir die Gitarre hervor und saßen bis spät in die Nacht zusammen. Beim Abschied waren wir uns sicher, dass wir uns wiedersehen würden. So ist Vincent: direkt, herzlich und immer mit einem Lächeln unterwegs – einer jener Menschen, denen man auf einer Reise gern begegnet.
Schon bald ging es für den Vistech Roadtrip weiter nach Sherbrooke zu Johnny Bessette. Wir kamen etwas später als geplant an, doch Johnny wartete bereits am Eingang des Solarparks der Universität Sherbrooke auf uns, dem größten Forschungs-Solarpark Kanadas. An sein schwarzes Pickup gelehnt begrüßte er uns mit einem Lächeln. Zwischen den Solarpaneelen spazierten wir im Regen über das Gelände. „Es ist schön, an einem Projekt mitzuwirken, das sich mit sauberer Energie befasst. Dabei habe ich oft daran gedacht, es ist von Vorteil für meine Tochter und ebenfalls die Zukunft“, erklärte Johnny. Der Regen machte die Aufnahmen nicht gerade einfacher. Trotzdem waren wir beeindruckt. Als schließlich ein schwacher Sonnenstrahl durch die Wolken brach, konnten wir sogar beobachten, wie sich die gewaltigen Anlagen bewegten.
Sehr zum Bedauern des Teams machte uns das Wetter anschließend einen Strich durch die Rechnung. Unser geplanter Angelausflug fiel ins Wasser. Rückblickend waren wir jedoch alle mit der Alternative zufrieden. Stattdessen kehrten wir in der Brasserie La Seigneurie ein. Johnny hatte uns bereits zuvor von diesem Restaurant erzählt, als er von seinen fast zwanzig Jahren bei Vistech berichtete, die er größtenteils gemeinsam mit seinem Bruder als Franchise-Partner in der Region Estrie verbracht hatte. Abgesehen von zwei kurzen Telefonaten und einigen Anweisungen an sein Team nahm er sich viel Zeit für uns. Die Gespräche waren unterhaltsam, und bei den wiederholten Filmaufnahmen und Reaktionsszenen gab es immer wieder etwas zu lachen. Anschließend stieg Johnny wieder in seinen Pickup und begleitete uns auf dem Weg zur nächsten Etappe: Charlevoix.
Nach dieser zweiten Station wurde uns immer deutlicher, dass es bei unserem Roadtrip durch die Vistech Nation um weit mehr geht als um gefahrene Kilometer oder das Leben im Wohnmobil. Mit jeder Begegnung entsteht ein neues Bild dieses Landes – geprägt von Menschen, die engagiert, herzlich und großzügig sind. Und wir wissen dieses Privileg sehr zu schätzen.