Prince Edward Island — das Atlantik-Abenteuer
HUMMERFISCHEN MIT KAPITÄN KIRK
EIN RAFFINIERTES MENÜ VON MICHAEL SMITH
Wir waren auf dem Highway 170 bis nach Saint-Siméon unterwegs, nahmen dort die Fähre und setzten unsere Fahrt anschließend auf dem Highway 85 in Richtung Prince Edward Island fort. Doch unser Wohnmobil hatte offenbar andere Pläne. Auf dem Highway 2, kurz vor Moncton, blieb es plötzlich stehen und ließ uns mitten unterwegs zurück. An einem Sonntagnachmittag in einer abgelegenen Gegend einen Mechaniker zu finden, ist alles andere als einfach. Nach über einer Stunde tauchte schließlich ein gewaltiger Abschleppwagen auf. Sein Fahrer, J.J., begrüßte uns mit einem Lächeln und nahm unser fünfköpfiges Team samt Ila in der Fahrerkabine mit.
Das Wohnmobil wurde in die Peterbilt-Werkstatt am Stadtrand von Moncton gebracht, wo wir die Nacht auf dem Parkplatz verbrachten. Es regnete nahezu ununterbrochen, doch immerhin kamen wir mit dem Sicherheitsmitarbeiter ins Gespräch, der regelmäßig seine Kontrollrunden drehte. Vor einiger Zeit hatte Chester Dana, ein Vistech-Händler aus der Region, für ihn eine Terrasse auf Schraubfundamenten realisiert. Sofort erkannte er die Logos auf unserem Wohnmobil und wollte mehr über den Roadtrip erfahren. Da er mit der Arbeit von Vistech sehr zufrieden war und unsere Reise weiterverfolgen wollte, hatten wir wohl einen neuen Unterstützer gewonnen!
Am nächsten Morgen gelang es Mario, die Mechaniker davon zu überzeugen, unser Wohnmobil vorzuziehen. Die Diagnose fiel jedoch ernüchternd aus. Der Motorschaden war schwerwiegender als zunächst angenommen, und das Fahrzeug musste für mehrere Tage in der Werkstatt bleiben. Zum Glück erfuhren Kirk MacLeod, der Vistech-Händler für Prince Edward Island, und sein Kollege Luke von unserer Situation. Ohne zu zögern machten sie sich auf den zweistündigen Weg nach Moncton, um uns abzuholen. Mit zwei Pick-ups transportierten sie unser Team samt Kameraausrüstung nach Prince Edward Island. Schon in seiner Jugend wurde Kirk von seinen Freunden „Captain Kirk“ genannt. Nach dieser Rettungsaktion mussten Mario und ich zugeben, dass dieser Spitzname durchaus passend war. Kirk ist auf Prince Edward Island tief verwurzelt. Seine Familie lebt dort seit fünfzehn Generationen. Die Verbundenheit zur Insel prägt auch seine Arbeit. „Für mich sind Pieux Vistech eine Möglichkeit, zum Erhalt unseres baulichen Erbes beizutragen. Viele unserer Projekte betreffen Renovierungen und Erweiterungen der charakteristischen Häuser und Ferienhäuser, die den Charme der Insel ausmachen“, erklärt er, als wir schließlich an seinem Ferienhaus direkt am Strand ankommen. Dort erleben wir einen beeindruckenden Sonnenuntergang.
Am nächsten Morgen ging es früh los. Kirk nahm uns mit zum Fischkutter Baltic Raider seines Freundes, Kapitän Patrick Eastman. Bereits um 4:15 Uhr liefen wir aus, um beim Hummerfang dabei zu sein. Der Himmel war klar, und mit dem Sonnenaufgang zeigte sich die Küste in ihrem schönsten Licht. In routinierten Abläufen zogen der Kapitän, sein Decksmann und Kirk die Reusen aus dem Wasser. Die Saison verlief erfolgreich, entsprechend zufrieden waren die Fischer vor Ort. Während wir Filmaufnahmen machten, half Kirk beim Vorbereiten der Köder. „Wenn es die Zeit zulässt, fahre ich gerne mit hinaus aufs Meer. Das kommt nicht oft vor, aber es ist eine willkommene Abwechslung“, erzählt er, während ich Stücke der letztjährigen Makrele in ein Netz fädele, woraufhin er den Köder in die Käfige steckt und sie zurück ins Meer wirft. „Ich bin verrückt nach Hummern“, sagt er noch einmal.
Nach dem Fischfang zeigte uns Kirk eines seiner Lieblingsprojekte: die Installation von 24 Vistech Schraubfundamente für die Erweiterung eines historischen Gebäudes aus dem Jahr 1913, in dem sich das bekannte Gasthaus The Inn at Bay Fortune des Küchenchefs Michael Smith befindet. Das traditionsreiche Gebäude sollte erweitert werden, ohne seinen historischen Charakter zu verlieren. Gleichzeitig war der Zeitplan eng gesteckt. „Da das Geschäft stark von der Saison abhängt, konnte man nicht bis zum Frühjahr warten, bis der Boden vollständig aufgetaut war. Mit unseren Schraubfundamenten konnten wir die Arbeiten trotz gefrorenem Untergrund termingerecht umsetzen“, erläutert Kirk.
Nach der Besichtigung kehrten wir im Gasthaus ein. Normalerweise sind Reservierungen lange im Voraus notwendig, doch Michael Smith war von Kirks Arbeit so überzeugt, dass er uns kurzfristig einen Tisch organisierte. „Ach, das ist also der Vistech Road Trip! Für den nächsten Erweiterungsbau werden wir ebenfalls Schraubfundamente einsetzen. Dann müsst ihr unbedingt wieder vorbeikommen!“, begrüßte uns der Chefkoch.
Bei unserem Essen sollten Sie an das Wort „köstlich“ denken und es sich zehnmal besser vorstellen. Raffiniert, ausdrucksstark, appetitlich und für jeden Gaumen was dabei – es war definitiv eines der besten Gerichte, die ich seit langer, langer Zeit gegessen habe! Die Zutaten stammten überwiegend von der Insel oder direkt aus dem hauseigenen Gemüsegarten. Alles war frisch, sorgfältig zubereitet und hervorragend aufeinander abgestimmt. Was uns von diesem Abend jedoch besonders in Erinnerung blieb, war die Gesellschaft. Kirk erwies sich als herzlicher Gastgeber und nutzte die Gelegenheit, Familie und Freunde mit unserem Roadtrip-Team zusammenzubringen.
Am folgenden Tag machten sich Mario und unser Fahrer Martin auf den Weg zurück nach Moncton, um das Wohnmobil abzuholen. Nach einigen unerwarteten Verzögerungen trafen sie spät am Abend wieder bei Kirks Büro ein. Am nächsten Morgen holte Kirk mich zum Frühstück ab. In einem Café begrüßte er Lieferanten, Unternehmer und Angestellte, die ihn offenbar alle kannten. Mit jedem wechselte er ein paar Worte, bevor er sich verabschiedete und versprach, bald wieder vorbeizuschauen.