Auf den Greens in Calgary
Der Straße können wir nicht entrinnen. Wir folgen ihr, sehen sie sich vor uns bis zum Horizont erstrecken. Sie begleitet uns jeden Tag. Und in den Prärien gibt es davon mehr als genug. Silos prägen die Landschaft entlang der Straßen, und gelegentlich fahren Züge direkt darunter hindurch, um beladen zu werden und anschließend ihre Reise fortzusetzen.
Der Vistech Road Trip führte uns weiter Richtung Westen, und erst in der Abenddämmerung erreichten wir die Grenze zwischen Saskatchewan und Alberta. Dort wurden wir von vier roten Pfeilern mit mächtigen Masten empfangen. Am Fuß eines dieser Pfeiler befand sich eine Tafel mit den Wappen und Namen der beiden Provinzen – die symbolische Markierung der Provinzgrenze. Natürlich nutzten wir die Gelegenheit für ein Foto mit einem Fuß in jeder Provinz. Schließlich hat man nicht jeden Tag die Möglichkeit, gleichzeitig an zwei Orten zu sein.
Rechts der Straße, gesäumt von schnurgerade aufgereihten Strommasten, entdeckten wir tatsächlich einen Cowboy. Genau so, wie man ihn sich vorstellt: hoch zu Pferd, während er seine Rinder durch die weiten grünen Landschaften des Westens trieb.
Nach weiteren rund hundert Kilometern erreichten wir Calgary, die Heimatstadt von Justin Petrovich. Er hatte die lokale Vistech-Niederlassung etwas mehr als ein Jahr zuvor übernommen.
An einem sonnigen Nachmittag trafen wir Justin und seine Familie im Earl Grey Golf Club. Seine Frau Michelle und ihre beiden Söhne waren ebenfalls dabei, ausgestattet mit Golftaschen und Schlägern. Da ich zuvor noch nie Golf gespielt hatte, stellte mir Michelle freundlicherweise ihre Ausrüstung zur Verfügung, und alle versorgten mich mit hilfreichen Tipps: „Schultern locker lassen“, „die Knie leicht beugen“, „beim Schlag auf den Ball schauen und nicht auf das Loch“. Nach einigen Versuchen gelang mir tatsächlich ein guter Schlag, und der Ball landete direkt auf dem Grün. Wenige Schläge später fiel er sogar ins Loch. Dennoch reichte es nicht für die Führung. Auch Mario, der zwar Erfahrung hatte, aber etwas aus der Übung gekommen war, konnte nicht mithalten. Die Familie Petrovich zeigte ihr Können deutlich. Spaß hatten wir trotzdem alle. Zusätzliche Pluspunkte sammelte unser Team später mit einem Eis für die Kinder.
Michelle machte sich anschließend mit den Jungen auf den Weg, da der Jüngste zu einem Kindergeburtstag musste. Wir begleiteten Justin zu dem Projekt, das er uns zeigen wollte: ein Wohnviertel, das vollständig auf Pieux Vistech errichtet wurde.
Es handelt sich um rund hundert Wohneinheiten in einem hochwertigen Neubaugebiet mit freiem Blick auf die Rocky Mountains. Eine Treppenanlage verbindet zwei Straßen, und die gesamte Betonkonstruktion wird von Vistech Schraubfundamenten getragen. Zudem wurden bei jedem Haus zwei der von Justin installierten Pieux Vistech verwendet, um die Holzpfosten der Terrassen zu stützen.
„Das Projekt wurde in mehreren Bauabschnitten umgesetzt. Insgesamt dürften hier etwa 250 Vistech Schraubfundamente verbaut worden sein“, schätzt Justin.
Ein Haus stach dabei besonders hervor. „Da das Gelände im Grunde auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel liegt, ist der Untergrund relativ weich. Das Haus hatte sich mit der Zeit gesetzt, und im Inneren entstanden bereits Risse. Daraufhin wandte sich der Eigentümer an uns“, erklärte Justin. Die Arbeiten waren alles andere als gewöhnlich. Um überhaupt an die Rückseite des Hauses zu gelangen, musste Justin wegen der steilen Böschung einen Kran einsetzen, der seinen Bagger über den Hang hinweg auf die Baustelle hob. „Nachdem wir die Schraubfundamente installiert hatten, ließ sich alles wieder ausrichten. Der Eigentümer war sehr erleichtert, und nach Abschluss der Arbeiten war praktisch nichts von unserem Eingriff zu sehen“, berichtet Justin.
Nach den Dreharbeiten luden wir Justin auf ein gutes Steak ein. Auf unserer Liste der Dinge, die wir in Alberta erleben wollten, stand schließlich ganz oben ein hochwertiges Angus-Steak. Nachdem die Teller leer und wir satt waren, setzten wir unsere Reise in Richtung Rocky Mountains fort. Die beeindruckenden Gipfel trugen selbst Mitte Juni noch ihre Schneekappen. Wir durchquerten eisige Landschaften und staunten über die beinahe unwirkliche, raue Kulisse. Beeindruckend, eindrucksvoll, außergewöhnlich – kaum ein Wort wird dieser Landschaft wirklich gerecht. Mario konnte dort außerdem ein Foto aufnehmen, das ihm schon lange vorgeschwebt hatte: den Sonnenaufgang über dem Moraine Lake. Wie während der gesamten Reise faszinierte uns nicht nur die technische Herausforderung hinter jedem Projekt, sondern auch das Gefühl, etwas Besonderes erlebt und erreicht zu haben. Die Bergseen, die schroffen Gipfel und die Weite der Landschaft hinterließen bleibende Eindrücke. Die Rocky Mountains gehörten zweifellos zu den Höhepunkten des Road Trips, der uns anschließend noch weiter Richtung Westen führte.